Bauhaus EuropaMehr Informationen zum Bauhaus Europa Aachen

Architektur

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Modell Bauhaus Europa Aachen, Entwurf Wolfgang Tschapeller Modell Bauhaus Europa Aachen, Entwurf Wolfgang Tschapeller

Das Bauhaus Europa soll am Katschhof entstehen, dem historische Platz zwischen Dom und Rathaus. Für den Neubau muss das sanierungsbedürftige Verwaltungsgebäude der Stadt Aachen weichen.

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Um dem Anspruch eines Gebäudes an dem historisch bedeutenden Ort zwischen Dom und Rathaus gerecht zu werden, wurde im Juni 2005 ein internationaler Architektenwettbewerb ausgelobt. An diesem Wettbewerb beteiligten sich insgesamt 61 Architekturbüros aus acht Ländern in zwei Wettbewerbsphasen.

Eine international besetzte Jury unter dem Vorsitz von Prof. Carl Fingerhuth aus Zürich nominierte im Januar 2006 die Sieger des Wettbewerbs. Einstimmig empfahl das Preisgericht den brillanten und anspruchsvollen Entwurf von Prof. Wolfgang Tschapeller aus Wien. Der Jury gehörten u. a. der Aachener Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden, Ben van Berkel (Amsterdam), Prof. Francoise-Helene Jourda (Paris), Kristin Feireiss (AedesBerlin Architekturforum) und Vertreter des Rates an. An der Entscheidung waren auch Berater des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS) beteiligt.

 Bildergalerie

    

Innovativer + sensibler Entwurf

Der Entwurf des Preisträgers Wolfgang Tschapeller zeichnet sich durch zwei Merkmale aus. Zum einen prägt ihn ein zurückhaltendes städtebauliches Erscheinungsbild, zum anderen eine spektakuläre Konzeption des Innenraumes. Eine filigrane Glasarchitektur nimmt die Höhe und die Lage des etwas zurückversetzten und im Vergleich zu den anderen Gebäuden niedrigeren heutigen Verwaltungsgebäudes auf, so dass der Charakter des Hofes und seiner Umschlossenheit erhalten bleiben.

  

Ausstellungsbesuch mit Erlebnischarakter

Tschapellers Entwurf umspannt eine höchst ungewöhnliche Innenwelt. Zentrales Element des Raumes ist ein gebäudehoher Ausstellungsbereich, den der Architekt "Index" nennt“. Nicht Waagerechte und Senkrechte bestimmen seine Erscheinung, sondern weich fließende Höhen und Tiefen, die eine Raumlandschaft bilden.
Wie auf einer Karte trägt der Architekt hier beispielhaft herausragende Ereignisse der europäischen Geschichte ein und bringt somit in raffinierter und neuartiger Weise historischen Inhalt und architektonische Form miteinander in Einklang.
Er entwirft eine Abenteuerlandschaft, in der die Erfahrung der europäischen Geschichte schon äußerlich zu einem besonderen Erlebnis wird, eine Raumskulptur, die die komplexen Ausstellungsinhalte mit Vergnügen zur Eroberung freigibt.

Bauhaus Europa Ansicht vom Katschhof

  

Er"fahr"bare Inhalte

Zweites Grundelement der Innengestaltung ist eine fahrbare Brücke. Sie rotiert stetig über die "Geschichtslandschaft" und führt den Besucher dabei zu Einblicken in das Ausstellungsgeschehen, in die er auf dem konventionellen Weg  nicht gelangen würde. Dieser sogenannte "Lesebalken" bringt eine zusätzliche Dynamik in das Ausstellungsbild. Der Blick von oben gewährt neue Perspektiven und damit möglicherweise auch Verständnisse der Geschichte.
Formal nimmt er nach Angaben des Architekten das Motiv des Verbindungsganges auf, der zu karolingischer Zeit Königshalle und Pfalzkapelle miteinander verband, heute jedoch nicht mehr existiert.

Bauhaus Europa Aachen, Entwurf Wolfgang Tschapeller

  

Funktionen

Ausstellungsbereich
Über 2000 qm Ausstellungsfläche stehen für Dauer- und Wechselausstellungen zur Geschichte Europas und zu aktuellen Themen zur Verfügung. Die Dauerausstellung befindet sich auf dem Index und durchzieht nahezu das gesamte Gebäude. Der Index ist begehbar und kann flexibel gestaltet werden. Mit mobilen Gangways entstehen immer wieder neue Besucherwege.
Auf der Unterseite des Index befindet sich die Wechselausstellung. Sie kann entweder unabhängig von der Dauerausstellung aufgebaut sein oder durch gezielt angeordnete Durchlässe einzelne Stationen der Dauerausstellung kommentieren.

Lernzentrum
Tschapeller versteht den Bildungsbereich als "Überbau" und hängt ihn in logischer Konsequenz in den oberen Bereich des Gebäudes. Die Räume werden durch Brücken und Stege erschlossen. Einzelne Räume durchbrechen die ansonsten ebene Dachfläche und setzen architektonische Akzente, wo die Menschen im Bauhaus Europa  faktische Akzente für Europa setzen sollen.

Forum
Wie in einer großen Blase gehalten, befindet sich dieser Raum unter dem Index im vorderen Bereich des Gebäudes am Katschhof. Mit einer Tageslichtlenkung kann eine natürliche Belichtung über das Dach bis in den Raum geleitet werden.

Alle drei Bereiche werden mit modernsten Technologien ausgestattet sein. Das Bauhaus soll ein Beispiel dafür werden, was Museen, Kultur- und Bildungszentren in Zukunft sein können. Neben diesen Hauptbereichen sind im Gebäude ein Servicebereich mit Büro- und Besprechungsräumen sowie Flächen für den Bürgerservice der Stadt Aachen vorgesehen.

  

Energiekonzept

Wolfgang Tschapeller hat sich mit der Problematik der Glasarchitektur bewusst auseinandergesetzt. In seinem Konzept ist zu lesen, dass er als Klimapuffer eine 2-schalige Konstruktion plant, deren innere Schicht aus einer Heat-Mirror Verglasung und deren äußere Schicht aus einer Folie mit Sonnenschutzbeschichtung bestehen soll, die zusätzlich über Lüftungsklappen beeinflusst werden kann. Außerdem sieht er die Möglichkeit, in der Heizperiode die Abluft aus Lüftungsmaschinen in den Pufferbereich der zweischaligen Hülle als zusätzliche Wärme einzubringen. In der Kühlperiode wird die zweischalige Hülle über den Kamineffekt entlüftet und entwärmt. Als sommerliche Beschattungselemente für die Halle wünscht er sich Photovoltaik-Zellen, die nicht nur beschatten, sondern natürlich auch Energie gewinnen.  

 Projektbericht Tschapellers mit technischen Details (PDF, 3 MB, s. S. 8ff.)

  

Mehr Informationen

 Bildergalerie

 Beurteilung der Jury

 Wettbewerb

 Projektbeschreibung Tschapellers mit technischen Details (PDF, 3 MB)

 Tschapeller-Projekte (PDF) (690 KB)

 Wettbewerbsauslobung (PDF, 2,7 MB)

 Bebauungsplan

 Historie des Katschhof (PDF, 6 MB)

 Archäologie des Katschhof (PDF, 8,5 MB)

 Gutachten im Rahmen des früheren Architektenwettbewerbs, 18.11.1955 (PDF)

 

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